Las Vegas? Immer!

Es ist nicht leicht über eine Stadt zu schreiben, wo jeder eigentlich sagt (und weiß), was in Vegas passiert, bleibt in Vegas. Wenn ich von Las Vegas schwärme werde ich meist nur fragend angeschaut. Ich weiß auch nicht, was ich an dieser verrückten Stadt finde. Ich kann jetzt wirklich nicht behaupten, dass es in der Stadt viel Kultur und/oder eine Menge von Sehenswürdigkeiten zu besuchen gäbe. Obwohl. Letzteres gibt es ja irgendwie schon. Sei es den Eiffelturm, die Kanäle von Venedig oder die Pyramiden von Gizeh. Natürlich alles Nachbauten mit großen Hotels und noch größeren Casinos drin.  Machen wir uns nichts vor, die Stadt bietet Glücksspiel, Heiratskapellen, Party, Sex und das in jeglicher Form. Und ja, es gefällt mir, die oberflächliche Sünde…

 

Meine Frau und ich waren im September dort. 5 Tage. Mit dem Auto von San Francisco auf dem direkten Weg nach Las Vegas. Die Fahrt war öde. Aber so richtig öde. Ok, man fährt durch die Wüste – könnte aufregend sein. Aber man fährt durch die Wüste mit fantastisch ausgebauten Straßen. Ein Abenteuer sieht definitiv anders aus…

Irgendwann sind wir dann tatsächlich in Las Vegas angekommen. Un-be-schreib-lich. Wie gut, dass meine Frau gefahren ist. Ich konnte mir die Hektik, die Lichter, die Hotels und die Menschen in Ruhe anschauen – und etwas filmen…

Nach der tristen Autofahrt ein wahrer Segen. Die Stadt, die niemals schläft. Genächtigt haben wir im Monte Carlo. Einem eher überschaubaren Hotel, bereits etwas abgewohnt, aber es fehlte an nichts und man konnte die Zimmer betreten ohne das Casino durchlaufen zu müssen. Keine Selbstverständlichkeit wo sogar auf Toiletten die einarmige Banditen auf einen warten. Verrückte Stadt…

Wie bereits erwähnt, wir waren im September dort. Tagsüber locker 40°C im Schatten. Was das bedeutet, musste ich leidvoll am eigenen Körper erleben. Meine Frau, eine Foodbloggerin, hat einen Whole Foods Market ausgemacht. Ich hab nicht so Spaß daran, stundenlang im Supermark – egal wie toll er auch sein mag – herumzuschlendern. Wirklich nicht. Aber auf dem Parkplatz, noch im klimatisierten Auto, erkannte ich DEN Elektronikladen in Las Vegas! Fry’s! Nur wenige Meter entfernt – vielleicht 200 Meter, wenn überhaupt. „Nene, brauchst mich nicht rüberfahren. Das schaff ich schon, muss ja nur über die Straße und bin dann schon da“. Ich tippe diese Zeilen und könnte mich dafür noch heute ohrfeigen. Was für eine dämliche Idee. Den Parkplatz hab ich in der Mittagssonne noch wunderbar bewältigt, dann merkte ich wie jeder Meter zur Qual wurde. Mir lief der Schweiß nur so runter, die Sonne raubte mir alle Kräfte. Mir war so, als kreisten über mir schon die Geier. Nachdem ich endlich vor dem Gebäude stand, musste ich nur noch den Eingang finden. Nur noch. Das Gebäude ist riesig und ich stand in der Ladezone. Einmal komplett um das Gebäude. In dieser Hitze. Ohne Wasser. Ehrlich, das war ne Grenzerfahrung für mich. Dabei wollte ich nur nach einem Fernauslöser für die Kamera schauen. Gut, ich hab es ja geschafft und in dem auf gefühlten -10°C gekühlten Elektronikladen gab es auch einen Wasserspender – das Wasser war so kalt, davon habe ich tatsächlich Gehirnfrost bekommen. Aber wer eine Nahtoderfahrung gemacht hat wie ich, der ist nicht sonderlich wählerisch. Wie sehr ich aber einen Sonnenstich abbekommen haben muss, kann man daran ableiten, das ich, warum auch immer, wieder zu Fuß zurück gegangen bin. Nass geschwitzt, gebrochen von der Sonne treffe ich meine gut gelaunte Frau mit einem fruchtigen Smoothie im klimatisierten Auto wieder. „War was?“ – „Nene, alles gut, hab den Fernauslöser, bekomm ich bitte auch so einen Saft?“

Tagsüber in Las Vegas bei den Temperaturen ist schon sehr gewagt. Aber auch dafür gab es Lösungen. Eine kleine Tram die uns von einem Hotel zum anderen brachte. Am Geburtstag meiner Frau sind wir ins Cosmopolitan gefahren und haben uns einen reichhaltigen Brunch im Wicked Spoon gegönnt. Pro Person hat das 20 Dollar gekostet und ich habe noch nie so ein Buffet gesehen. Wirklich nicht. Bis heute nicht. Es gab alles in Hülle und Fülle und ansehnlich präsentiert. Normalerweise sind ja Buffets nach einiger Zeit etwas abgegrast und nicht mehr ansehnlich. Hier definitiv nicht. Frisches Omelett von einem Koch zubereitet nach Wunsch, etwas später wurde Fleisch bereitgestellt, ein eigener Bereich nur für Sushi & Co. Nachspeisen soweit das Auge reicht. Stündlich wurde neues Zeug rangeschafft. Manches war richtig lecker, manches eher durchschnittlich – aber nichts wirklich schlecht. Mittlerweile wird das Wicked Spoon bei Trip Advisor & Co etwas verrissen, als wir aber dort waren, gab es wenig auszusetzen.

Wir sind sogar einen Tag später noch mal hin – diesmal aber etwas bescheidener. Am besagten Geburtstag haben wir so richtig reingehauen.  Es gab soviel zu probieren, da halfen die kleinen Portionen auch nicht. Wir sind zurück in unser Hotel gerollt, konnten kaum noch atmen. Wir haben den Tag komplett verschlafen, aber es gab ja noch die Nacht…

Wer den Las Vegas Blvd. mit seinen Attraktionen schon stressig findet, sollte besser um die Fremont-Street einen Bogen machen. Wäre aber schade. Für mich ist dieser Teil von Las Vegas sogar am Spannendsten (meiner Frau gefiel der Rummel nicht so sehr). Die große Videoleinwand an der Decke, die Attraktionen und Bühnen, die Menschen – toll. Hätte dort stundenlang bleiben können….

Das ist wirklich alles so groß und verrückt. Wir waren bereits zum zweiten Mal in Las Vegas, aber ich würde sofort wieder dahin – mehr als ein paar Tage muss auch nicht sein, aber sich einfach von der Menge an Unterhaltung treiben lassen und den ein oder anderen Dollar im Casino verprassen…

Gruß,

Mika
Mika

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