Valldemossa – Verwinkelt in den Bergen

Ich hab es schon wieder getan. Also, nicht in der alten Fotokiste gewühlt wie sonst (im Gegenteil, diese Reise ist gerade mal eine Woche jung), sondern ich war mal wieder für einige Tage auf Mallorca. 5 Tage habe ich in Portopetro an der Südostküste von Mallorca gewohnt. Diesmal alleine, ohne meine Frau. Die war beruflich leider sehr eingespannt. Ich wollte nur ein paar Tage ausspannen, aber wie es so ist, man möchte ja doch noch mal das ein oder andere von der Insel sehen. So hab ich mir gedacht, nach drei Jahren kann ich mir noch mal das Städtchen Valldemossa geben. Auf in den Mietwagen und einmal quer über die Insel…





 

Es dauert etwas um von der Südostküste in den Nordwesten von Mallorca zu kommen. Die Entfernungen werden meist unterschätzt. Ich saß 1,5 Stunden im Auto, aber die Zeit verging wie im Flug – schließlich gibt es einiges zu sehen. Blöd nur, dass ich diesmal fahren musste (ja, sonst fährt meine Frau). Ich hatte auf der Fahrt nach Valldemossa noch den Reiseführer im Kopf: „Kleine und beschauliche Stadt in den Bergen mit malerischer Kulisse„. Malerisch, ja – definitiv. Aber mittlerweile ist Valldemossa dermaßen überlaufen – es wirkte weder klein noch beschaulich. Ich war etwas überrascht.

Auf der Suche nach einem Parkplatz (die Parkplätze direkt in der Stadt waren schon alle belegt) bin ich u.a. an einem Busparkplatz vorbei. Dort standen locker 20 (eher mehr) leere Busse. Die entsprechenden Gruppen mussten also auch hier in der Nähe sein. Verrückt. Jedes Café, jede Bar oder Restaurant – voll. Aber so richtig voll. Auch in den Innenräumen. Meine Idee, noch irgendwo in Valldemossa etwas zu essen, habe ich dann irgendwann auch wieder verworfen.

Grundsätzlich finde ich es gut, dass schöne Städte auch entsprechend Zulauf bekommen und die Betreiber der Geschäften auch von der Touristik leben können. Allerdings kam mir alles wie Massenabfertigung vor. Gestresstes Servicepersonal, überfüllte Ladenlokale, es gab viel Tinnif, schlicht Ramsch zu kaufen. Die Reisegruppen wurde wirklich durch die Stadt getrieben. Irgendwie schade. Es muss doch auch irgendwie etwas dazwischen geben.

Natürlich gibt es die kleinen Läden noch, die entsprechend gute Produkte anbieten (z.B. S’Hort de Cartoixa – toller Laden mit Delikatessen aus Mallorca). Aber die sind sichtlich auch von den Leuten genervt, die nur reingehen, fotografieren und letztendlich doch nichts kaufen. Wenn das erste Eis allerdings gebrochen ist, kommt auch wieder die von mir geliebte mal­lor­qui­nische Gastfreundschaft zur Vorschein. 😉

Gut, habe es mir aber dennoch nicht nehmen lassen, durch die Gassen zu schlendern und ich hatte wohl Glück. Da viele Leute in den Restaurants und Cafés saßen, musste ich nur einige wenige Leute verscheuchen, damit ich ein paar Fotos schießen konnte…



Als ich durch die Straßen und kleinen Gassen gelaufen bin, ist mir zum ersten Mal aufgefallen, das an jeder (!) Haustür solch eine bunte Kachel hängt:



Eine nette Dame, die ein wenig deutsch konnte hat es mir dann kurz erklärt. Damit wird Catalina Thomás, eine Heilige, die in Valldemossa geboren wurde, verehrt. Ich habe mir dort einige der Kacheln angesehen, dazu die meist mit Blumen verzierten und sehr gepflegten Hauseingänge – ein toller Ort. Auch wenn überlaufen, es lohnt sich weiterhin Valldemossa zu besuchen…

Gruß,

Mika
Mika

4 Comments

  • Stefanie
    7. Juni 2015 - 16:58 | Permalink

    Wow, richtig schön ge- und beschrieben! Die kleinen Gassen wirken so friedlich und sehen so wunderschön bunt aus, nicht mit kitschig zu wechseln! Da gibt es sicherlich einige schöne Ecken und Fleckchen! Schöne Eindrücke, mehr davon! Macht nicht nur Spaß anzuschauen, sondern auch zu lesen!

  • Josef
    20. Juni 2015 - 0:55 | Permalink

    schöner Bericht und tolle Fotos

    • Mika
      20. Juni 2015 - 13:09 | Permalink

      Hey Paps, danke! Lass uns doch mal zusammen dahin fahren – hast ja bald Zeit… 😉

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